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Ξ Ernährungsumstellung: radikal über Nacht oder gradueller Übergang?

Ich wurde in letzter Zeit häufig gefragt, wie man denn konkret den Übergang zum Rohveganer anpacken könnte. Dazu gibt es keine einfache Antwort, denn es hängt davon ab

was frau will, und welcher Typ frau ist.

Was will man?

1) Man hat kein konkretes Ziel, sondern möchte einfach erkunden was denn so hinter dem Rohkost-Konzept steckt und ob es der eigenen Person gut tun könnte.

In diesem Fall kann man einfach drauflos experimentieren, und auf einer täglichen Basis sehen worauf man Lust hat – roh oder gekocht.

Ich würde aber vorschlagen, dass man Dinge ordentlich ausprobieren sollte bevor man sich eine Meinung darüber bildet. An einem Tag 3 unreife Bananen zu essen und zu entscheiden, dass fruchtvegane Rohkost nichts für einen ist, ist unfair dem Konzept und einem selbst gegenüber.

Probiere es für 30 Tage aus. 100% engagiert. Und danach bilde dir deine Meinung.

2) Man möchte mehr Rohkost in sein Leben integrieren.

Wie oben beschrieben, kann man einfach so weit gehen wie man möchte. Wenn es zu kompliziert wird (in Gesellschaft, auf Reisen), oder wenn Frucht nicht in Saison oder zu teuer ist, dann kocht man so viel Kartoffel, Süsskartoffel, Reis, und Kürbis wie man will, und konzentriert sich erst wieder auf Rohkost wenn es wieder leichter fällt. Und doch lebt man definitiv eine sehr gesunde und nachhaltige Diät.

3) Man möchte zum 100% fruchtbasierten Rohköstler werden.

Für die meisten Menschen startet diese Phase, nachdem sie eine kurze Zeit 100% roh gelebt haben, und spürten, dass gekochtes Essen für sie einfach weniger ideal ist als rohes. 100% roh ist für viele einfach um 2000% besser als 90% roh, nicht nur um 10%. Warum das so ist ist schwer zu sagen, aber Erfahrungsberichte bestätigen dies immer und immer wieder.

Hier hat man nun zwei Möglichkeiten, abhängig davon, welcher Typ man ist. Man stellt sich schrittweise, also graduell um, oder man macht den Wechsel über Nacht.

Die schrittweise Umstellung

Graduelle Veränderung ist für viele Menschen (inklusive mich) schwierig. Die meisten Raucher, Trinker, oder Spieler geben ihre Gewohnheiten über Nacht auf. Wenn man den drastischen Weg geht, zeigen sich die Entgiftungserscheinungen jedoch meistens intensiver, dauern dafür aber deutlich kürzer an.

Wenn man sich also entscheidet einen graduellen Übergang zu machen, empfiehlt es sich, das übliche Frühstückmahl mit einer Obstmahlzeit zu ersetzen, und das Mittag- und Abendessen wie gewohnt aussehen zu lassen. Nach einer Woche kann man die zweite Mahlzeit des Tages, das Mittagessen, mit einer weiteren Obstmahlzeit ersetzen. Das Abendessen wird wie gewohnt bereitet, es empfiehlt sich jedoch nach ein paar Tagen, auch das Abendessen mit einer Portion Frucht und einem fettarmen Rohkostsalat zu beginnen. Über die nächsten Wochen hinweg kann man dann den Frucht- und Salatanteil des Abendessens kontinuierlich wachsen lassen, sodass man bald keine Lust (und keinen Platz) mehr für den letzten Gang (das fettarme gekochte Mahl) mehr hat.

Radikaler Übergang über Nacht! No excuses anymore!

Für viele ist der einzige Weg um in den vollständigen Genuss der rohveganen Superpower zu kommen, den Herd aus dem Haus zu werfen.

Scherz beiseite, aber ich habe von Rohköstlern gehört die dies in der Tat gemacht haben. Es ist definitiv hilfreich, wenn man zumindest alle kochbaren Essensvorräte verschenkt. Hier einige Tipps um den Übergang zu schaffen.

  • Habe genug Frucht zur Hand.

Ich erinnere mich an frühe Tage meiner Rohkost-Zeit, an denen ich absolut verzweifelt und hungrig systematisch alle Supermärkte in der Stadt abklappern musste um reifes Obst zu finden. Manchmal musste ich dann unreife Sachen essen, was eines der schlechtesten Dinge ist die man seinem Körper antun kann. Heutzutage würde ich lieber gedünstete Süsskartoffel essen als unreifes Obst, denn das ist weniger schlimm für die Zähne und für die Verdauung.

So sehen reife Banane aus!

Dies ist passiert, weil ich keinen Schimmer hatte wie lange Frucht zum reifen braucht. Und auch weil ich kurzsichtig war und immer nur für die nächsten paar Tage eingekauft habe. Wenn sich Fruchtmassen im Einkaufswagen türmen, dann ist es einfach zu glauben man hat genug. Man muss aber immer bedenken, dass vielleicht trotzdem nichts essbares für den Tag dabei sein wird, und man zwar in der Tat genug hat, aber eben erst in ein paar Tagen. Deshalb – habe immer eine Kiste Bananen zum reifen parat. Und wenn die eine Kiste beinahe reif ist, dann kauf schon die nächste. Wenn mehr Bananen reif sind als man essen kann, dann kann man diese einfach einfrieren und Bananeneis machen oder zu Smoothies hinzuführen. Datteln sind eine weitere Frucht die man am besten immer in rauen Mengen vorrätig haben sollte.

  • Mach es dir leicht.

Leiste dir deine Lieblingsfrüchte, Top-Qualiät, experimentiere mit Exoten, schlage dir den Bauch voll und geniesse ohne schlechtem Gewissen.

  • Gehe in Supermärkte und erzähle dem Obst-Personal von deiner Diät.

Sage einfach du hast Allergien und MUSST so essen (stimmt ja eigentlich), und frage nach, ob und wann sie überreife Früchte haben die sie günstiger verkaufen könnten (der Durchschnittsesser kauft und isst ja leider lieber unreife Frucht, deshalb bleiben Supermärkte auf den reifen Früchten oft sitzen).

  • Verpflichte dich für 30 Tage.

Oft dauert es um die 30 Tage, bis ein neues Verhalten zum Muster, zur Routine wird. Und es dauert ungefähr 30 Tage bis sich die volle Magie der fruchtveganen Ernährung entfaltet. Diese zu spüren ist meist Motivation genug um dabei zu blieben.

  • Schreibe dir Schmerz- und Lust-Listen.

Auf die Schmerzliste schreibe alles negative was du mit gekochtem Essen in Verbindung bringst. Auf die Lustliste schreibe alles positive was du mit Rohkost in Verbindung bringst. Hänge die Liste auf den Kühlschrank oder trage sie mit dir herum, um dich in Notfällen gleich wieder zu versichern warum du das alles  eigentlich machst.

  • Informiere dich über Möglichkeiten beim Grosshändler oder im Grossmarkt einzukaufen. Ist deutlich günstiger.
  • Oft kann es wirklich hilfreich sein, wenn man sich einen Coach oder Mentor nimmt.

Dies kostet zwar etwas Geld, vielen Menschen hilft es aber nicht nur wegen den Tipps und der Unterstützung, sondern gerade weil die finanzielle Investition ein zusätzlicher Ansporn ist, es also ‚um mehr geht‘.

  • Psychologische Tipps

Sei gut zu dir selbst. Es besteht kein Grund, Ernährung wie einen Wettkampf anzugehen, und man muss sein eigenes Tempo wählen. Der einzige Mensch mit dem man sich vergleichen sollte ist man selber, und jede ungesunde Mahlzeit mit einer gesünderen ersetzt ist schon ein Gewinn auf der ganzen Linie.

Wenn man manchmal doch wieder eine weniger ideale Essenswahl trifft, dann lege ich stark ans Herz, sich nicht selbst fertigzumachen. Schlechte Gedanken während oder nach dem Essen verlangsamen die Verdauung. Besser man geniesst seine Wahl, und trifft bei der nächsten Gelegenheit eine bessere Entscheidung.

Ich sage definitiv nicht, dass du dir deine schlechten Gewohnheiten schönreden sollst. Aber erstens muss man Sachen in Relation sehen (wenn man als ehemaliger Fast Food Junkie ab und zu Kartoffeln und Gemüse isst, dann sollte man sich nicht deshalb fertigmachen sondern stolz auf sich sein), und zweitens kann man jeden Rückschritt als Lernprozess verstehen, und der Schmerz der nach einer schlechten Essenswahl oft auftritt, wird einen in die richtige Richtung treiben.

Detox – Entgiftung

Die Entgiftung kann von kaum wahnrehmbar bis sehr heftig ausfallen, was meist mit der individuellen Vorgeschichte der Person zu tun hat. Die heftigste Phase der Entgiftung dauert meistens nur ein paar Tage. Die häufigsten Symptome sind Kopfschmerzen, Müdigkeit, belegte Zunge, Durchfall oder Verstopfung (seltener), Stimmungsschwankungen, und emotionale Ausbrüche. Man hat kein schweres Essen mehr im Körper das die Emotionen übertüncht.

Es ist extrem spannend zu sehen, dass viele Emotionen verschwinden, sobald man einen Bissen Gekochtes oder Fett zu sich nimmt. Das kann ich aus eigener Erfahrung heftigst bestätigen. Zu Beginn dachte ich, ich könnte nicht zur Fruchtveganerin werden, denn es würde mich ZU emotional machen. Das hat sich aber sehr bald gelegt. Und heutzutage bin ich sicher mitfühlender als je zuvor, und fühle das mein Herz geöffnet wurde. Zur selben Zeit habe ich aber meine eigenen Emotionen sehr gut unter Kontrolle und fühle mich stabil und ausgeglichen. Und die emotionalen Achterbahnen und Ausbrüche dich ich VOR meiner Rohzeit erlebt habe, gehören absolut der Vergangenheit an.

Ein Freund von mir, vormals alkohol- und drogenabhängig, hatte einen sehr heftigen Detox. Er entschied sich über Nacht fruchtvegan zu werden, war am Vortag noch auf einer Party wo er heftig getrunken und andere Drogen konsumiert hatte. Für 3 Wochen lang wurden seine Zähne locker, und er hatte eine Grippe mit Fieber während der ersten zwei Wochen. Er beschreibt er spürte jedoch, dass es die einzige Möglichkeit für ihn persönlich sei um sein Leben in den Griff zu bekommen, und er hat vertraut, dass es sich bei den Symptomen einfach nur um Entgiftung handelte. Er hat es durchgezogen, 3 Wochen nur Smoothies konsumiert (weil er nicht kauen konnte), und ist nun, 3.5 Jahre später, absolut drogenfrei, und gesünder, fitter und glücklicher als je zuvor.

Der Körper ist in der ersten Zeit mit Entgiftung beschäftigt, es empfiehlt sich also sehr viel zu trinken um die Giftstoffe auszuschwemmen, und so viel wie möglich zu schlafen. In der Nacht arbeitet der Körper am besten an sich selbst. Zur weiteren Unterstützung des Körpers kann man sich für 1-2 Wochen auf die Bananen-Insel begeben, und wird dadurch noch schneller die Früchte dieses Lebensstils geniessen können.

Ich wünsche allen die es versuchen möchten alles alles Gute. Und möchte noch einmal betonen, dass es absolut machbar ist, auch wenn es zu Beginn wie eine riesige Herausforderung erscheint. Wenn ich es schaffen konnte dann heisst das, dass alle es schaffen können. Das meine ich ernst!

24 Antworten zu “Ξ Ernährungsumstellung: radikal über Nacht oder gradueller Übergang?

  1. „Heutzutage würde ich lieber gedünstete Süsskartoffel essen als unreifes Obst, denn das ist weniger schlimm für die Zähne und für die Verdauung.“

    Soll heißen, du gönnst dir von Zeit zu Zeit auch mal ein paar gedünstete Süßkartoffeln oder ähnliches ? Oder woher stammt deine Erkenntnis, daß gedünstete Süßkartoffeln weniger schlimm sind als unreifes Obst ?

    • Hackfleisch, in der Vergangenheit hab ich das gemacht, ja. Ich lebe seit 7 Monaten in den Tropen, und davor war ich in Europa und es war Sommer, deshalb hatte ich das Problem mit unreifem Obst schon laenger nicht mehr.

      Und – ich wuerde das nicht ‚goennen‘ nennen. Manchmal muss man eben tun was man tun muss!

  2. Danke für die Auskunft, freches Früchtchen, bestätigt sie doch wieder einmal, daß die allermeisten Menschen, die sich „vegane Rohköstler“ nennen, in Wirklichkeit gar nicht dauerhaft roh essen.

    Aber es gibt sie natürlich, die „Langzeitrohis“. Allerdings sind die dann nicht vegan…:-)

    • Haha, Hackfleisch, das ist shcon in wenig an den Haaren herbeigezogen. Aber natuerlich kann man mit jeder Information machen was man will, was du hier schoen gezeigt hast🙂

      Erstens esse ich nicht ’nicht dauerhaft roh‘, das habe ich nirgends gesagt. Aber ich wuerde eher gekocht essen als 1) gar nicht zu essen oder 2) schadliche Dinge zu essen.

      Zweitens kannst du nicht von mir auf ‚die allermeisten Menschen‘ schliessen. Sagen dir Namen wie Doug Graham, Anne Osborn, Roger Haeske, Don Bennett, Loren Lockman, Karen Ranzi, Ellen Livingston, Matt und Angela Stokes-Monarch, und Durianrider etwas? Alle Langzeit-Rohkoestler. Alle 100% vegan. Viele haben sogar Kinder, extrem gesunde, und ziehen diese roh und vegan auf.

      Drittens ist kein ‚Langzeitrohi‘ bekannt der nicht vegan ist (Daniel Vitalis? Mach bitte deine Hausaufgaben). Wenn begonnen wird rohes Fleisch zu essen, dann wird das nach ein paar Monaten auch wieder gleich gekocht. Weil gut schmeckt es nicht. Vielleicht willst du hier mitteilen auf wen du dich beziehst?

      Schoenen Tag auch!

  3. liebe olivia, ich freue mich sehr über die vielen infos, danke!!!mal schaun wie es bei mir weitergeht😉 alles liebe, sylvie

  4. „Drittens ist kein ‘Langzeitrohi’ bekannt der nicht vegan ist “

    Hahaha (jetzt muss ich aber auch mal lachen)…aber ist schon klar…wenn man sich nur im Ausland und auf amerikanischen Websites rumtreibt, hat man natürlich keine Ahnung davon, daß es so einiges an omnivoren Langzeitrohis im deutschsprachigen Raum gibt. Jedenfalls mehr als von der roh-veganen Maulheldenfraktion🙂

  5. Hallo freches Früchtchen.🙂

    der Wahrheit zuliebe muss ich sagen: „leider“ hat Hackfleisch Recht damit. Der Betreiber bzw. Initiator vom Rohkost-wiki macht das laut eigener Aussage seit 12 Jahren und auf der Rohvolution in Speyer saß ich im Vortrag von Jean Huntziger und war erstmal baff als er vom Fleisch anfing. Es gibt noch etliche mehr. Wenn es für sie funktioniert ist es ja schön für Sie, mir ist das relativ gleich. Da ich selbst aus Überzeugung (noch: Kochkost) Vegan bin wähle ich halt lieber einen anderen Weg. Mein Verstand, mein Herz und mein Instinkt sagen „Mango!“.
    🙂

    Frohgemute Grüße

    Atreju

    • Ungluecklicherweise ist Rohkost-Wiki nicht objektiv, und hat viele Artikel ueber die Mangelerscheinungen die bei veganer Rohkost auftreten, und nichts ueber die heftigen Begleiterscheinungen der Fleisch-Rohkost. Wenn man sich ansieht wie oft deren Hauptvertreter fruehzeitig von der Buehne geht weil er sich uebergeben muss… Auf einer wiki-page waere es natuerlich schoen, einen Ueberblich ueber alle verschiedenen Rohkostformen ohne Wertung zu finden. Schade.

      Ja, es gibt also 1-2 fleischessende Rohkoestler die laenger als 10 Jahre dabei sind. Aber es gibt eben auch verdammt viele Langzeit-Roh-Veganer (30+ Jahre). Und die Mehrheit von denen hat athletische Fitnesslevels.

      Wenn ich am Fleisch-Rohkost-Forum rumlese wird mir uebel, bei dem ganzen Gerede ueber Parasiten und Magen-Darm-Problemen die man sich einfaengt sobald man nicht absolut aufpasst. Aus dem Grund werde ich Hackfleisch bitten hier nicht mehr darueber zu posten. Hier gibt es nur Fruchtfleisch🙂

      Wie auch immer. Jedem das seine, sag ich normalerweise. Wenn es jedoch auf Kosten von anderen Lebenwesen laeuft, dann ist mir die Wahl der Nahrung schon deutlich weniger egal.

      Frohe Gruesse zurueck!
      Olivia

  6. Hallo nochmal,

    um mal auf den Artikel selbst einzugehen: er ist für mich wie ein Obst-Korb, voller reifer, leckerer und nahrhafter Gedankenfrüchte.🙂
    Das gilt für alles was Du hier machst! Ich finde das (und Dich😉 ) soo prima!

    Vielen lieben Dank dafür!

    Schöne Grüße

    Atreju

  7. Ich finde den Bildervergleich auch sehr überzeugend:-) Kann dies auch hier in meinem realen Leben so bestätigen, dennoch musste ich über die Jahre immer wieder feststellen, dass es (zumindest in meinem Umfeld) ausreichend Veganer gibt, die gelegentlich (mehrmals im Jahr) doch tierisches essen, obwohl sie dies im Grund eigentlich nicht wollen. Dies gilt vor allem für Rohköstler. Gekochte Veganer haben dieses Problem scheinbar weniger.

    Ich finde diese Schwarzweißseherei sowieso sehr blöd. Auch finde ich es schade, dass gerade in der Rohkostwelt ein Mensch danach beurteilt wird, welche Rohkostrichtung er praktiziert, statt danach, was für ein Mensch er sonst noch so ist. Weiterhin bin ich der Meinung, dass eine high meat diät schädlicher ist, als eine vegane, wenngleich hier bei uns auch einige Veganer herumlaufen, die sehr unterernährt aussehen. Liebe Grüße

    • Ja, natuerlich ist eine vegane Diaet nicht automatisch mit einer gesunden Diaet gleichzustellen. Man kann sich von Cola und Soletti ernaehren! Studien zeigen aber, dass die meisten Veganer gesundheitsbewusster und dadurch auch gesuender sind (auch als Vegetarier).

      Beim Thema Veganismus bin ich eindeutig fuer Schwarz-Weiss-Denken. Alleine zum Schutz von Veganern. Mit ist schon unzaehlige Male passiert dass man mir vorwarf zu pingelig zu sein wenn ich tierische Produkte nicht konsumieren wollte, denn jeder kennt doch einen Veganer/Vegetarier der ab und zu sehr wohl diese Produkte konsumiert. Meine Entscheidung wird also nicht ernst genommen, weil es eben einige laxe Veganer gibt. Sowie die Menschen die sich Vegetarier nennen und trotzdem Hung und Fisch konsumieren.

      Meiner Meinung nach sollten sich diese Menschen einfach nicht so nennen. Wozu auch? Man kann ja einfach sagen man isst ‚wenig tierische Produkte‘.

      Dies bedeutet nicht dass Nicht-Veganer schlechtere Menschen sind. Ganz und gar nicht. Und keiner beurteilt NUR die Ernaehrung einer Person und ingnoriert den Rest. Aber Nicht-Veganer sind nun mal keine Veganer, und sollten sich auch nicht so bezeichnen.

      Ausserdem geht es beim Veganismus nicht nur um eine persoenliche Entscheidung, sondern eine globale. Die Entscheidung des einzelnen hat in diesem Fall weitreichende Folgen fuer alle Menschen, Tiere, und die Umwelt.

      Eine Studie im Jahr 2003 hat ergeben dass Veganer Maengel in Kalzium, B12, und Jod aufweisen. Fleischesser hingegen hatten Maengel in Kalzium, Jod, Vitamin C, Vitamin E, Ballaststoffen, Folaten, und Magnesium. Verglichen mit Veganern essen Rohveganer haufenweise mehr Gruenzeug, der Kalziummangel ist also mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht gegeben. B12 und Jod kann man supplementieren wenn man will, easy. Mein Bluttest zeigte keinerlei Kalziummangel (und auch keinen anderen Mangel).

      Welche Mangelerscheinungen hattest du von der veganen Rohkost? (Sorry wenn du schon geantwortet hast und ich das uebersehen habe).

      Liebe Gruesse!

      • Hallo Olivia, ja zur unausgewogenen Kost kommt leider oft noch hinzu, dass pestizitbelastetes Obst und Gemüse gegessen wird, statt biologisches. Ich erlebe das hier immer wieder. Oh, als ich mit der veganen Rohkost angefangen habe, was jetzt 19 Jahre her ist, da waren alle Werte in Ordung, ich weiß das deshalb so genau, weil ich da wegen Schwangerschaft beim Arzt war. Ich war total fit und leistungsfähig. Ich bin auch nicht aus gesundheitlichen Gründen oder weil ich abnehmen wollte zur Rohkost gewechselt, sondern weil ich eine Frau kennengelernt habe, die dies bereits praktizierte und es mich sehr angesprochen hat. Liebe Grüße Biofee

  8. Hallo Olivia, (endlich auch deinen Namen entdeckt habe)
    ich hätte da mal eine Frage, vielleicht weißt du eine Antwort. Kennst du Menschen, die einen ähnlichen Weg gegangen sind wie ich. Lange Zeit hat es geklappt mit der veganen Rohkost, dann jedoch nicht mehr und tierisches hat zunächst Verbesserungen gebracht?

    Dann jedoch verschwand nach einer Zeit das Bedürfnis wieder mehr und mehr. Bei mir ist im Grunde nur noch der Fisch über geblieben, jedoch auch da zeigen sich jetzt bei wärmeren Temperaturen wieder Veränderungen.

    Ich beobachte mich sehr genau und hinterfrage heute viel mehr, als noch vor ein paar Jahren. Hinzu kommt die häufige Unehrlichkeit im Netz zu diesem Thema. Auch weiß ich, dass meine Kindheit sehr schwierig war und sicherlich noch einige Muster zu bearbeiten sind. Tue ich auch, Schritt für Schritt.

    Es wäre jedoch super toll, mich einmal mit einem Menschen austauschen zu können, der ähnliches erfahren hat, wie ich. Bedenke bitte, dass auch ich sieben Jahre vegan und roh gelebt habe, es sollte also schon jemand sein, der länger dabei war. Vielleicht kennst du ja so jemanden. Liebe Grüße

    • Biofee, jemand der vegane Rohkost gelebt hat und dann wieder zu tierischen Produkten gegriffen hat, meinst du? Hm, Daniel Vitalis, zum Beispiel. Er hatte aber keine gesunde Diaet. Es sagte in Interview dass er sich hauptsaechlich von Krauskohl, Olivenoel, und Kokosfett ernaehrt hat. Wenn du mich fragst kein Wunder das dass nicht nachhaltig ist. Ach ja, auch Natasha, von Raw Radiant Health ist nun Ex-Veganerin.

      Also, es gibt einige die wieder zu Fleisch wechseln, und ueber kurz oder lang dann auch wieder zu Kochkost. Bei fast allen zieht sich durch dass sie Anti-Frucht eingestellt waren, und auch generell sehr wenige Kalorien zu sich genommen haben.

      Mir faellt jetzt aber niemand ein mit dem ich befreundet bin und mit dem ich dich bekannt machen koennte. Sorry.

  9. Hm, danke für deine Antwort. Ich bin eigentlich pro Frucht und Rohkost zu praktizieren stellt auch kein Problem für mich da, dafür habe ich es zu lange gemacht. Doch nachdem, was ich mitgemacht habe, fühle ich mich mit gekochtem Gemüse und etwas tierischem sicherer. Low carb war offensichtlich nur eine Übergangsphase, vielleicht auch, weil ich von der veganen Rohkost so enttäuscht war.
    Fett war auch noch nie mein Ding, auch wenn ich es phasenweise gegessen habe um satt zu werden, da Obst irgendwann nicht mehr ging. Was ich allerdings immer wieder gemacht habe (nie wieder tun werde) ist fasten. Ich kann auf sehr viele Fastenerfahrunge zurückschauen. Da habe ich leider auf falsche Leute gehört. Ich forsche weiter. Liebe Grüße

  10. Naja, mal abgesehen von meinem fast nicht mehr messbaren B12 Wert und den damitverbundenen neurologischen Ausfällen, hatte ich einen extrem hohen Homocysteinwert und auf dem Röntgenbild sogar starke Abzeichnungen von Gefäßverkalkungen an den Halsschlagadern und das nach 7 Jahren veganer Rohkost. Am schlimmsten war jedoch mein geschwächter Herzmuskel und meine damit verbundene extreme Schwäche, auch andere Werte waren nicht in Orndung, jedoch nicht so bedrohlich. Das Problem war, dass ich Verlangen nach Fisch hatte und diese als Sucht abgetan hatte bzw. mich geweigert habe dem nachzugeben.

    Ich hatte halt auch einmal, genau wie du die Entscheidung getroffen, nie wieder tierisches. Weißt du, ich wäre beinahe gestorben und hätte drei Kinder zurückgelassen (ich habe das Leben der Tiere über meines gestellt) und ich war so enttäuscht darüber, dass mir das mit meiner Lieblingskost passiert ist. Ich glaube auch nicht, dass ich wieder ganz vegan werde, wenngleich ich jetzt schon spüre, dass ich mich einer überwiegend veganen und Obst/Grün betonten Ernährung am wohlsten fühle. Ich hütte mich heute auch davor irgend einem Menschen zu raten, was oder wie er essen sollte, um sich besser zu fühlen, ich rate ihm lediglich so natürlich wie möglich zu essen, also weg von der Industrienahrung, dies aber auch nur, wenn ich gefragt werde.

    Dennoch lese ich natürlich sehr gerne, wie es anderen mit ihrer Ernährung geht bzw. welchen Weg sie gehen. Auch gilt zu berücksichtigen, dass ich bereits ein normales Leben mit Mann und Kindern aufgebaut hatte, bevor ich der Rohkost folgte. Umso glücklicher bin ich jetzt für mich einen Weg gefunden zu haben, der für die ganze Familie gut ist und mich auch wieder mit meinen Kindern verbindet. So weit in diesen wenigen Worten, denn wie sollte ich eine Geschichte, die mein halbes Leben umfasst in einen Kommentar packen🙂 Liebe Grüße Biofee

    P. S. Gestern sagte eines meiner Kinder (17): I“ch würde so gerne sozial aktiv werden, wie z. B. für den Tierschutz einsetzen.“ Da sagte ich, „willst du etwas ganz vegan werden.?“ Mein Kind wiederum sagte, „Mama, ich muss nicht ganz vegan essen, nur um mich für die Tiere einzusetzen. Ich möchte ja helfen und nicht mich selbst umbringen.“ Ich musste da schon schlucken, denn mir wurde gerade wieder bewusst, welche Ängste meine Kinder über lange Zeit hatten, weil es mit mir so bergab ging.

    Ich hütte mich heute davor zu sagen: „Nie wieder“. Ich mag deinen Blog dennoch und wie bereits erwähnt, hat er eine sehr positive Ausstrahlung. Es gibt andere vegane Blogs und Foren, wo dies nicht der Fall ist.

    • Biofee, danke das du deine Geschichte mit uns geteilt hast. B12 Mangel ist wirklich eine ernste Sache. Das gute ist, dass man ganz einfach und billig supplementieren kann.
      Ja, man muss sicher nicht 100% vegan sein um sich fuer Tiere einzusetzen. Trotzdem moechte ich einfach nochmal betonen dass es ganz ganz viele Menschen gibt die sehrwohl 100% vegan leben koennen. Also vegan ist nicht gleichzusetzen mit Selbstmord. Aber ich gratuliere dir dass du herausgefunden hast was dich gluecklich und gesund macht!
      Liebe Gruesse!

  11. Hallo Olivia, leider war es eben bei mir nicht nur der B 12 Mangel, aber im Grunde ist das heute nicht mehr wichtig. Auch ist es nicht einfach. Beruf, Familie, Ernährung, Alltagsanforderungen, Kinder usw. zu bewerkstelligen, ohne auch in stressige Situatioen zu kommen, wenn dann auch noch eine Trennung/Scheidung usw. hinzukommt, da wird der Körper ganz anders gefordert, als bei normalem Stresspegel.

    Und klar gibt es viele Menschen, die vegan leben, doch die essen nun mal nicht ausschließlich roh.

    Roh wird es schon weniger. Ich möchte auch noch einmal betonen, dass ich niemanden seine Ernährung mehr ausreden möchte/werde. Denn das geht nicht. Ich hätte mir damals niemals vorstellen können, jemals wieder etwas tieriesches zu essen, niemals nie. Glaube mir, wirklich niemals nie. Ich möchte hier auch keine vegan/nicht vegan Ernährungsdebatte anzetteln. Ganz und gar nicht. Ich respektiere heute jedem seine Ernährung, weil ich nicht wissen und auch nachvollziehen kann, wie dessen Leben aussieht.

    Bekannte von uns hatten vor kurzem eine Abteibung, beide vegan und fast roh. Was soll ich da sagen, das hat mich einen Tag voll mitgenommen, ich war richtig fertig. Jetzt akzeptiere ich es, auch wenn ich es nicht verstehen kann. Und klar ist es nur meine Geschichte, doch leider gibt es viele solcher Geschichten und die meisten davon hört man nie mehr. Ich werde hier dennoch weiterlesen, weil ich wie schon gesagt dies hier für einen sehr schönen Blog halte. Liebe Grüße Biofee

  12. Ach so, der Ordnung halber, ich kenne auch Rohköstler, die nicht vegan sind und dennoch mit gesundheitlichen Problemen zu tun haben. Von den sich normal ernährenden Menschen rede ich sowieso nicht, ist sicherlich auch für uns beide kein Thema, da wir aus diesem Konzept ja längst ausgestiegen sind und es ohne besser geht. Liebe Grüße

  13. Pingback: Warum fettarme Rohkost « High Carb Low Fat For Raw – der Anti Aging Plan

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