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Ξ Tips für Rohkost (oder andere crazy Diät) in der Öffentlichkeit

Der Undercover Rohköstler

~~Im Restaurant~~

Es kann schon manchmal schwer sein dem Essen zu wiederstehen, wenn man sich mit alten Freunden im ehemaligen Lieblingsrestaurant trifft. Muss man deshalb jedoch zuhause bleiben oder den ganzen Abend die Zähne zusammenbeissen? Ganz und gar nicht!

Tip 1: Iss nichts und geh einfach für die gute Gesellschaft mit. Erzähle deinen Freunden du hättest gerade gegessen weil du schon so hungrig warst, und dass du jetzt beim besten Willen nichts mehr hinunterbekommst.

Tip 2: Hau dir die Wampe richtig voll bevor du ins Lokal gehst. Und iss wirklich mehr als genug. Wenn du bis oben hin satt bist, dann wird dich deine alte Leibspeise nicht so stark rufen.

Tip 3: Bringe Essen mit! Falls es dir unangenehm ist, kannst du etwas besonders leckeres reinschmuggeln (zum Beispiel Dattel-Himbeer-Kokosflocken Kugeln), und dich auf die Toilette davonstehlen um diese zu vernaschen. Oder bringe einen cremig-süssen Smoothie in einem blickdichten recycling Kaffee-Behälter mit. In unserer Zeit der unausgeschlafenen Stimulanzien-Junkies ist es absolut normal immer seinen Kaffee-Behälter herum zu schleppen. Und keinem wird es komisch vorkommen wenn du ständig daran sippst.

Tip 4: Lüge. Falls deine Tischgenossen fragen stellen, du aber nicht über deine Diät sprechen möchtest, sag einfach dass dich dein Arzt auf eine Diät gesetzt hat, und du für ein paar Wochen versuchen wirst so gesund wie möglich zu essen. Ich füge besonders gerne hinzu, dass mein Arzt mir die Diät wegen unangenehmen und anormalen Symptomen verschrieben hat. Natürlich wird dann jemand nachfragen welche Symptome das denn wären, worauf ich mit Unschuldsmiene mit einer Liste von solchen antworte die beinahe jeder Allesfresser kennt (die absolut nicht normal sind sondern lediglich normal erscheinen weil so viele darunter leiden): Verdauungsbeschwerden, Stimmungsschwankungen, Energielosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Menstruationsbeschwerden, Kopfschmerzen, Schweißgeruch, und so weiter. Viele Menschen werden sich darin wiedererkennen, und sich überlegen ob ihre täglichen Symptome wirklich so normal sind wie sie es glauben.

Tip 5: Gib dich geheimnisvoll. Manchmal, wenn ich mich auf keine Diskussion einlassen möchte, antworte ich auf Fragen warum ich plötzlich so gut/gesund/fit/happy/schlank aussehe mit einem Lächeln und sage „Hm, das ist mein Geheimnis“.

~~Private Parties/Familienfeiern~~

Tip 6: Lass dich nicht auf Diskussionen ein! Wenn du nicht eine Hardcore-Gesundheitsaktivistin bist, dann versuche im Zuge einer Familienfeier nicht über Diät zu sprechen, vor allem nicht während dem Essen. Im Kreise derer die dich lieben und die so besorgt um dich sind kann oft das kleinste Indiz ausreichen (e.g., du isst nichts fettiges oder tierisches) und man wird dich fragen, ob wohl alles mit dir in Ordnung ist. Und wenn die Wahrheit erst mal raus ist wird weiter spekuliert ob du eine Essstörung hast, oder ob du einfach völlig übergeschnappt bist. Versuche nicht in Angriffs- oder Abwehrhaltung zu gehen, sondern sage einfach „Ja, ich weiss, das klingt komisch. Aber ich mache für ein paar Wochen diese Kur, mein Doktor hat mir das vorgeschlagen wegen all meinen Allergien. Ich verstehe es auch nicht ganz, aber der wird schon wissen was er mir empfiehlt“. Punkt, aus. Dies ist nicht mal eine komplette Lüge, denn die Reaktionen des Körpers auf ungesundes Essen können locker als Allergien durchgehen. Die meisten Menschen vertrauen der Meinung eines Doktors blind, und du bist für ein paar Wochen von der Anklagebank entlassen.

Der offizielle Rohköstler

~~Im Restaurant~~

Tip 7: Warne das Restaurant im voraus und frage, ob sie etwas Spezielles für dich zubereiten können. Das ist beinahe niemals ein Problem, und heutzutage sind es Restaurants gewohnt dass Menschen eine Vielzahl an gesundheitlichen Problemen (e.g., Glutenallergie) haben und Sonderbehandlung erfordern. Vergiss nicht dass der Kunde König ist. Und denk dir einfach, dass der Koch sowieso ständig ein und das selbe kocht, und oft sogar sehr froh über Abwechslung und eine Herausforderung ist. Du kannst zum Beispiel eine Fruchtplatte vorschlagen, oder einen grossen Salat mit Avocado.

Tip 8: Bringe eine Liste mit Zutaten die du isst. Aus meiner Erfahrung ist es besser eine positive Liste zu schreiben als eine Liste mit Dingen die du *nicht* essen möchtest. Scheint die Phantasie des Koches mehr anzuregen. Häufig bekommt man das beste Gericht des Tisches serviert, und manchmal gibt es noch einen Besuch vom Koch dazu der sich vergewissert, dass es auch geschmeckt hat.

Tip 9: Bring ein Dressing. Wenn du befürchtest dass ausser einer langweiligen Platte bestehend aus Salat, Gurken und Tomaten nichts für dich dabei sein wird, dann bestelle genau diese und peppe das Gericht mit deinem eigenen Dressing auf. Avocado, Tomaten, Orangensaft und Basilikum gemixt, in einem kleinen Behälter transportiert, und über den fadesten Salat gekippt – fantastisch!

~~PrivatE parties/Familienfeiern~~

Tip 10: Bringe dein eigenes Essen mit. Versuche etwas besonderes zuzubereiten, und bring genug für alle. Ob es eine exotische Frucht ist, ein leckerer Salat, oder die oben erwähnten rumfreien fruchtveganen Rumkugeln.

Tip 11: Koordiniere mit dem Veranstalter! Gib dem Einladenden Bescheid, dass du dein eigenes Essen mitbringen wirst. Das hat zum einen den Vorteil, dass du nicht mit einem liebevoll gemeinten, speziell für dich zubereiteten, aber absolut grauenhaften Salat getränkt in Öl und Salz überrascht wirst. Zum anderen nimmst du den Druck von den Gastgebern, etwas passendes für die ‚komplizierte Esserin‘ finden zu müssen.

Tip 12: Bleibe cool. Auf sehr oft zu hörende Sprüche wie „Oh, das könnte ich NIE mache“ ist die beste Antwort ein kurzes „Ja, da hast du sicher recht“. Und die Diskussion ist beendet.

Tip 13: Diskutiere nicht während dem Essen! Falls du dich auf ein Gespräch einlassen willst, dann ist die Essenszeit der eindeutig schlechteste Zeitpunkt. Oft initiieren die Gegenüber die Diskussion genau während dem Essen, denn sie wollen unbewusst ihre schlechten Gewohnheiten rechtfertigen. Meistens sind Menschen jedoch am abwehrendsten gegenüber neuem Gedankengut wenn es betrifft was sie in dem Moment gerade tun. Ich habe noch mit keinem Fleischesser eine konstruktive Diskussion über Veganismus oder gesunde Nahrung während dem Essen geführt. Kurz danach jedoch, wenn sich alle die schmerzenden Bäuche halten, aber schon.

Tip 13: Weihe einige Familienmitglieder ein. Sage zum Beispiel „Ich mache ein Ernährungsexperiment mit meinem Arzt. Ich weiss es wirkt komisch. Vertrau mir aber bitte, und ich wäre dir so dankbar wenn du mich unterstützen würdest falls später Grosstante XYZ wieder nicht aufhört anzumerken dass ich den Braten doch kosten soll, und mich wie immer beim essen genau beobachtet.“ Die meisten Menschen werden dir ihre Unterstützung gerne geben wenn sie fühlen du vertraust ihne,n und weihst sie in dein Geheimnis ein.

Generell in sozialen Situationen

Wenn man möchte, kann man durch eine rohköstliche Lebensweise sehr grosses Aufsehen erregen. Wenn ich mit einer Gruppe von Rohköstlern im Park sitze und jeder an einer 8 Kilo Wassermelone oder an 10 Mangos mampft, dann ernten wir viele Blicke – erstaunte, entrüstete, und amüsierte. Den meisten Menschen scheint unser Anblick zu Denken zu geben, und nicht selten kommen Personen nach einiger Zeit auf uns zu und fragen, warum wir denn so viel und so seltsame Sachen essen. Nach einigen rohköstlichen Jahren sieht man auch dermassen fit und gesund aus, dass die meisten Menschen eher „Wow, das geht? Das sollte ich auch versuchen!“ von sich geben, als „Oh, ihr seid ja ahnungslose Freaks, lächerlich!“

Tip 14: Sei selbstbewusst und dankbar! Zeige, dass ein gesunder Lebensstil Spass macht. Sitze nicht missmutig in der Ecke und vermittle dass du glaubst du versäumst was, sondern sei froh dass du deine Gesundheit und dein Leben in die eigenen Hände genommen hast, und deine Nahrung noch dazu so gut schmeckt. Wenn du in Gesellschaft bist, sage (und denke) nicht „Nein, das kann (oder gar ‚darf‘) ich nicht essen“, sondern eher „Nein, das mag ich nicht essen“, oder „Ich habe mich entschieden dies nicht zu essen“. Das ermächtigt dich und erinnert dich daran dass dein Leben *deine* Wahl ist.

Tip 15: Seit Situationen positiv gesinnt. Erwarte nicht, dass man dir sowieso Unverständnis entgegen bringen wird. Wer suchet der findet, und oft nimmt man genau jene Situationen wahr die man erwartet hat. Viele Menschen haben mir erzählt dass sie sehr unsicher über ihre Diät sind, und es ein grosses Problem für sie darstellt in der Öffentlichkeit zu essen. Diese Menschen scheinen auch andauernd das entsprechende Feedback zu bekommen. Andere wiederum, mich eingeschlossen, sind felsenfest davon überzeugt dass diese Art zu essen absolut fantastisch ist, und haben keinerlei Probleme sich zu offenbaren und ‚blosszustellen‘. Und das Feedback ist überwiegend positiv und viele Menschen zeigen grosses Interesse. Sei also guter Dinge und erwarte Bestätigung von deinem Umfeld. Wenn dein Körper beginnt zu heilen (und das macht er über kurz oder lang in jedem Fall als Rohveganer oder gesunder Kochveganer) und du dich besser und fitter fühlst, dann wird es dir auch leichter fallen zu erwarten dass dich deine Mitmenschen verstehen werden.

Tip 16: Mache neue Freunde, egal ob online oder in Person. Wenn es dir dein Umfeld sehr schwer macht, und dich ständig demotiviert und kritisiert, gibt es noch eine andere Möglichkeit als zu diskutieren: Gib ihnen eine Pause und suche dir neue Freunde. Versuche Leute zu treffen mit denen du nicht notwendigerweise essen musst, zum Beispiel kannst du dich einem Sportclub anschliessen. Die Gesundheitsbewegung ist immer schneller im wachsen begriffen, somit stehen die Chancen durchaus nicht schlecht, dass du sehr bald in deiner näheren Umgebung Gleichgesinnten begegnen wirst. Um diese zu finden, aber auch um die oft notwendige Unterstützung und ein Zugehörigkeitsgefühl zu erhalten, melde dich bei einem online Forum an. Das grösste und beliebteste Rohköstler und Fruchtveganer Forum hat 10.000 Mitglieder weltweit: www.30bananasaday.com

14 Antworten zu “Ξ Tips für Rohkost (oder andere crazy Diät) in der Öffentlichkeit

  1. ganz toll, danke für den artikel! genauso mache ich das auch immer, je nach situation, ob ich bock auf reden hab oder eben nicht.
    alles liebe, fruchtzahn
    ps: hättest du noch infos für mich übers barfußlaufen, wie genau man auftreten soll und warum?

    • Zum Thema Barfusslaufen: Ich wuerde mir so viele Infos wie moeglich onlne einholen. Und das wichtigste ist einfach nicht zu verkrampfen, und nicht zu uebertreiben. Eigentlich kann man ausser diesen beiden Dingen nicht viel falsch machen, und der Koerper wird dir sagen ob du am richtigen Weg bist. Unvorteilhaftes Laufen aeussert sich in Blasen auf den Sohlen und in Schmerzen. laufe wirklich nicht mehr als 5 Minuten am Stueck zu Beginn, und warte wie du dich am naechsten Tag fuehlst. Von da dann gaaanz langsam steigern. Auftreten mit dem Mittfuss, auf keinen Fall mit der Ferse. Es ist hilfreich sich videos von Barfusslaeurefn anzusehen, viel einfacher als woertliche Beschreibung. Falls du dich jedoch noch ueber das Thema mit mir austauschen moechtest, dann schreib mir einfach ne mail.
      Besten Gruss,
      Olivia

  2. Ja, ein toller post. Ich bin eindeutig noch undercover, schmunzel, aber das gefällt mir. Am schönsten finde ich, wenn ich gar nichts esse oder nur Rohes, aber alle sind hinterher überzeugt ich hätte mir auch den Bauch vollgeschlagen. Es geht ja doch nur ums beisammensein und reden, man sollte sich gegenseitig in Ruhe lassen.

    Kann mich noch gut erinnern, als mein omnivorer Schwager bei einem Restaurantessen über mich herfiel. Ich hatte die Dreistigkeit gehabt zu sagen, dass meine Mutter und ich von Natur aus selten Fleisch essen, wir mögen und brauchen es einfach nicht. Dreiviertelstunde Erklärung warum man auf Fleisch nicht verzichten kann – und das obwohl ich damals ein Stückchen Fleisch auf dem Teller hatte.
    Schlimm.

    Viele Grüße,
    Huppicke

    • Huppicke, ja, da kann ich nur zustimmen. Leute gehen oft nur von sich aus, und wenn die sich den Bauch vollschlagen dann nehmen sie an man hat das selbe gemacht. Und meistens sind alle so mit sich selbst beschaeftigt dass es keinem auffaellt was man eigentlich wirklich gemacht hat.
      Und ja, Fleisch(los) Diskussionen waehrend dem Essen? Nie wieder! 🙂
      Viele Gruesse zurueck, und danke fuers lesen!
      Olivia

  3. Ich habe gerade Deinen Blog gefunden. Gefällt mir seeeehr gut! Danke für Deine vielen Tips und interessanten Inforamtionen. Es freut mich sehr, auch mal einen deutschsprachigen 811-Blog zu lesen, und noch dazu einen so guten! Ich werde definitiv ein paar Leuten den Link zu Deinem großartigen Blog geben. Ich wünsche Dir, dass Du weiterhin fit und gesund, ja sogar noch fitter und noch gesünder, bist! Keep it raw! Mit besten Grüßen von einer Mit-„Bananenvernichterin“ und ebenfalls WordPress-Blog-Schreiberin!

  4. Suuupercool, danke für die Tipps!
    Bei diesem hier musste ich echt lachen:

    Tip 12: Bleibe cool. Auf sehr oft zu hörende Sprüche wie “Oh, das könnte ich NIE mache” ist die beste Antwort ein kurzes “Ja, da hast du sicher recht”. Und die Diskussion ist beendet.

    Wie oft hab ich das schon gehört und gedacht „Was für ein Blödsinn, natürlich KÖNNTEST du. Wenn du z.B. Krebs hättest und der Arzt sagen würde, du hättest noch 2 Monate zu leben, es sei denn du würdest dich jetzt von frischem Obst und Gemüse ernähren“…. die Menschen wären schneller bei dieser Ernährung angelangt als man gucken könnte😉

  5. schön geschrieben🙂
    du hast ja so recht … ich bin „offiziell“ & werde im familienkreis jedesmal während des essens in diskussionen verwickelt. die häufig darauf hinauslaufen, dass die anderen mir zustimmen (insbesondere hinsichtlich der ethischen gründe für veganismus), aber dennoch weitermachen wie vorher.
    da ich meist in gesellschaft meiner offenherzigen (& ebenfalls offiziell roh-veganen) tochter bin, lassen sich diskussionen jedoch kaum vermeiden. denn sie behält ihre meinung über das tote, als essen auf dem tisch liegende tier nie für sich🙂

  6. Tja, leider ist die Öffentlichkeit nicht mein Problem… mit kochendem Mann daheim ist das nicht so einfach, 7 Wochen habe ich durchgehalten und heute Pizza gegessen *wein-und-Bauchweh-hab*
    Naja, war lecker und morgen gehts wieder los, aber es ist echt hart in einem Haushalt in dem leckerst und natürlich vegan gekocht wird, da fällt leider ( nur in diesem Fall leider🙂 das Argument „unvegan“ weg😛

    Sorry, Sinnlospost, aber ich musste mich mal ausheulen und die anderen deutschen Rohkost-Foren/blogs sind so antivegan.

    glfastroheg
    Lena

  7. Fraenzi Firlefanz

    *lach* die Tipps sind klasse – ich werde gegebenenfalls dran denken..
    LG
    Fraenzi F.

  8. huhu🙂
    tolle seite!! machst mir mut etwas bei mir zu ändern🙂

    hab ne frage: würde weisswein(bio) (ohne suflide) ok sein?

    grüsschen aus der schweiz

    sylvie

    • Naja, alles in Moderation. Alles unter einer Bouttelle pro Tag ist ok (Zitat Dr. Ludwig Prokopp)🙂 Spaß. Besser weniger Gift als mehr, natürlich. Aber am besten gar keins. Alkohol macht eh nur matschig in der Birne. Und Weisswein bringt Krämpfe in den Unterschenkeln🙂

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