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¤ Die 9 grössten Mythen über das Barfußlaufen

1) Kein Profiläufer rennt barfuß! Stimmt meistens, denn Profiläufer werden von Sportfirmen gesponsort, und sind verpflichtet deren Schuhe zu tragen. Viele Profiläufer trainieren jedoch barfuß. In den 60er Jahren lief Abebe Bikila den Olympischen Marathon in Weltrekordzeit. Barfuß. Adidas waren die Schuhe ausgegangen, und er hatte sich sowieso barfuß für das Rennen vorbereitet. In den 80er Jahren gewann Zola Budd zig Rennen barfuß. Ken Saxton hat seit 2005 über 70 Marathons barfuß bewältigt.

2) Barfußlaufen ist schlecht für die Kniegelenke! Forschung von der Harvard Universität hat gezeigt, dass Barfußlaufen die Form in einer Weise verändert, dass viel weniger Belastung auf die Knie ausgeübt wird als beim Laufen mit Schuhen.

3) Barfußlaufen ist unhygienisch! Barfußlaufen ist nicht mehr unhygienisch als eine Türklinke in einem öffentlichen Gebaude oder Restaurant anzufassen. Wasch deine Füsse nach dem Lauf. Easy.

4) Barfußlaufen ist komplett gegen die Intuition und auch gegen jahrelange Forschung die uns die bestmöglichen Laufschuhe beschert hat! Es gab in der Vergangenheit im Grunde keine Untersuchungen ob Laufen in Schuhen besser ist als ohne Schuhe (nun gibt es diese Forschung endlich). Alles was es gab war Marktforschung von Sportfirmen, die herausfinden wollten welche Schuhe von welcher Zielgruppe wohl am ehesten gekauft werden.

5) Barfußlaufen birgt grosse Gefahr, denn man kann sich an Glasscherben und spitzen Steinen verletzen. Das ist was wahres dran. Man muss in der Tat die Augen offen halten um nicht in gefährliche Objekte zu treten. Genauso wie man die Augen beim Autofahren offenhalten muss um nicht Fussgänger umzufahren, und man bei Spazierengehen aufpassen muss um nicht in Hydranten zu rennen. Scherz beiseite: Wenn Objekte gross genug sind um sich daran zu verletzen, dann sieht man diese auch und weicht einfach aus. Nach 1.5 Jahren regelmässigem Barfusslaufen ging mir noch rein gar nichts unter die Fosssohlenhaut.

6) Mein Orthopäde sagt es wäre schlecht für mich, und falls ich Probleme beim Laufen habe, solle ich besser Einlagen kaufen. Erstens, da beinahe alle Menschen Schuhe tragen haben die meisten Orthopäden keinerlei Erfahrung mit schuhlosen Läufern. Die meisten haben auch nicht von der jüngsten Forschungwelle gehört, denn Weiterbildung steht bei Orthopäden (wie auch bei Medizinern) nicht unbedingt an der Tagesordnung. Ausserdem ist fraglich, ob man wirklich unbedingt jenen vertrauen schenken sollte, deren Einkommen proportional mit den eigenen Fussproblemen steigt.

7) Asphalt ist zu hart um barfuß zu laufen. Auf natürlicheren, weicheren Oberflächen funktioniert das vielleicht. Erstens gibt es in der Natur viele Oberflächen die ebenso hart sind wie Asphalt (zum Beispiel Ton), zum anderen wird einem jeder Barfussläufer sagen, dass es keine besser Oberfläche gibt als Beton: eben, glatt, berechenbar.

8) Ich wiege zu viel und brauche die Unterstützung der Schuhe um den Aufprall abzufangen. Forschung hat gezeigt dass man durch Barfußlaufen beinahe die komplette Belastung des Aufpralls abfängt. Somit ist gerade für übergewichtige Personen barfußlaufen sehr zu empfehlen.

9) Die Fußsohlen bekommen einen hässlichen Hornhautüberzug! Hornhaut entsteht durch Reibung. Gute Laufform jedoch vermeidet absolut alle Reibung der Sohlen mit dem Untergrund. Viele Barfussläufer beschreiben, wie paradoxerweise das Barfußlaufen ihren Hornhaut-Schrubber überflüssig gemacht hat.

Skye Mangrum, eine der längsten und bekanntesten Barfussläuferinnen.

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13 Antworten zu “¤ Die 9 grössten Mythen über das Barfußlaufen

  1. Danke für diesen Beitrag!

  2. Ich finde den Beitrag ebenfalls genial und werde diesen Frühling/Sommer bestimmt noch öfter barfuß laufen!

    Was mich aber noch interessieren würde – als Bewohnerin eines Landes, in dem es doch auch mal sehr kalt wird und schneit – ab welcher Temperatur ist Barfußlaufen denn ungefährlich? Durch den Schnee zu stapfen halte ich schon für ein wenig bedenklich für längere Strecken. Wo würdest du denn die Grenze setzen?

    • Also ich bin vor einem Jahr ab und zu im Schnee gelaufen (fuehlt sich soo gut an, vorallem wenn es Puderzuckerschnee gibt). Davor die Fuesse auf den Heizkoerper, dann raus. Nach 3-4 Minuten wird es kalt, aber nach weiteren 5 Minuten werden die Fuesse wieder warm. Bin trotzdem nie mehr als 10-12 Minuten gelaufen. Ich habe gelesen das man aber koennte. Ich habe vor mir die Neopren-Vibrams fuer den naechsten Winter zu kaufen.

  3. sehr gut zusammengefasst….laufe selber auch auf dem vorfuß seit ich 19 bin…und seit 2 jahren mit den vibram five finger schuhen….zwar kein richtiges barfuß aber das gefühl ist noch mal ein ganz anderes…..;)

    cheers, Martin

  4. Für das Barfußlaufen kann gar nicht genug geworben werden. Es ist gesund und verbindet mit der Natur. In dem Beitrag wird sehr gut gezeigt, dass wirklich nichts gegen das Barfußlaufen spricht. Wer Spaß daran hat, sollte meiner Ansicht nach immer und überall barfuß laufen. Das mache ich seit etwa 20 Jahren.

  5. genial! danke für den Artikel. Ich habe erst gestern davon gehört, dass Laufschuhe gutes Laufen eher verhindern und war nicht so sicher, was ich von der Aussage halten soll. Ich werde den Link gleich mal bei mir posten🙂
    liebe Grüße

    • Danke LesFee, freut mich! Falls du anfaengst barfuss zu laufen dann sag mal Bescheid wie es so laeuft. Und der wichtigste Tip: Langsam anfangen! Auch wenn es sich noch so gut anfuehlt! Due moechtest ja nicht TMTS bekommen (too much too soon🙂 ) 5 minuten die ersten paar Tage. Dann mit der 10% Regel steigern (entweder 10% laenger oder 10% weiter pro Woche). Liebe Gruesse!

  6. Pingback: Guter Link | Der Barfußblog

  7. Super Beitrag, danke dafür! Ich versuche mich auch Richtung Barfußlaufen zu bewegen. Ich bin sehr angetan von den Informationen.

    Kann ich das denn bei vernünftigen Temperaturen (fast) überall machen? Ich spaziere gerne Stunden durch Wälder.

    Und zu dem letzten Tipp von FrechesFrüchtchen:
    Inwiefern ist das langsame Anfangen wichtig? Ist es wichtig, damit die Füße sich daran gewöhnen, oder damit ich mich daran gewöhne? Wenn es nur für mich wäre, würde ich sofort in die Vollen gehen.😀
    Aber ich denke mal eher, dass es besser für die Füße ist, oder?

    Grüße!

    • Ja, im Prinzip geht das überall. Auf Kiesel ist schon gewöhnungsbedürftig, auf weichem Waldboden ist es am schönsten.

      Langsam anfangen auch damit sich die Unterschenkel gewöhnen, aber spätestens nach einmal übertreiben merkst du das selbst🙂

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