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¤ Depression, ich vermisse dich nicht.

Vor ein paar Tagen habe ich mir das neue Album von einer Künstlerin angehört (Soap&Skin), die mir in der Vergangenheit sehr am Herzen gelegen ist. Ihr erstes Album wurde nur ein paar Monate bevor ich zur Rohkost wechselte veröffentlicht, und damals habe ich mir ihre Musik für eine Weile ständig angehört, oft für Tage, ohne Unterbrechung.

Vor ein paar Tagen machte ich mich nun mit ihrem neuen Album im Ohr auf den Weg zum Fruchtmarkt. Wie zuvor wunderschöne Musik, interessante und kreative Kompositionen. Aber gleich bei den ersten paar Tönen fiel es mir wie Schuppen von den Augen: meine gesamte Gefühlswelt hat sich in den letzten zwei Jahren um 180 Grad zum Besseren verändert. Und ich habe es nicht einmal bemerkt!

Das sind keine Kartoffel sondern Sapodillas, die schmecken wie Birnen kandiert in braunem Zucker.

Ich habe mich nie als depressive Person gesehen. Ich bezeichnete mich selbst meist als Optimistin. Schlimmstenfalls vielleicht als melancholische Optimistin. Und ich war eigentlich beinahe immer glücklich und frohen Mutes. So dachte ich zumindest. Aber was diese Musik nun getriggert hat, hat mich schlicht umgehauen. Ich fühlte mich schlagartig zurückversetzt in eine andere Episode meines Lebens, beinahe in eine andere Welt, die mir nun so fern erscheint wie das Leben einer anderen Person.

Seit ich begonnen habe mein Leben zu ändern, und Nahrung zu mir zu nehmen die nicht nur ich liebe sondern die mich auch zurückliebt, habe ich mich kein einziges Mal mehr so gefühlt wie davor. Ich bin, ehrlich gesagt, sehr erstaunt, dass mir das nicht irgendwann in den letzten zwei Jahren einmal aufgefallen ist. Aber ist es nicht oft so, dass wir die Abwesenheit von Schmerz und Unwohlsein nicht bemerken? Vielleicht weil dies ja der natürliche Zustand von Körper und Geist ist, und was der Organismus als normal klassifiziert muss uns nicht ständig ins Bewusstsein gerufen werden.

Als ich mir, zum Beispiel, vor ein paar Monaten einmal eine Zehe heftig angeschlagen habe, und der Schmerz mich weinerlich und geradezu verwirrt werden ließ, fiel mir auf, dass ich Schmerzen nicht mehr gewohnt bin. Und dass ich eigentlich nie mehr Schmerzen habe. Null. Nada. Njet. Und bevor ich zur 801010 Rohkost wechselte waren Schmerzen an der Tagesordnung.

Ich habe also über viele Monate mit diesen neuen positiven Veränderungen gelebt (frei von Schmerzen, und frei von Traurigkeit und emotionaler Unstimmigkeit) ohne sie zu bemerken, denn sie sind plötzlich die Norm geworden. Ich bin sehr froh darüber, dass die Musik mir die Augen geöffnet hat, und mir ermöglicht, nun diese überfliessende Dankbarkeit für den Weg den ich gewählt habe zu spüren.

Und die Moral von der Geschicht‘? Stelle sicher dass du deinem Gehirn genügend Zucker zur Verfügung stellst, damit auch du vor Glück überschäumen kannst.❤

7 Antworten zu “¤ Depression, ich vermisse dich nicht.

  1. Gnau dieses Gefühl kenne ich. Wenn ich zu wenig Obst esse, werde ich müde, niedergeschlagen und meist lustlos. Meine Hände sind kalt und ich möchte nur noch in eine Decke gepackt irgendwo rumliegen. Das ist der Moment an dem ich merke, dass ich VIEL zu wenig gegessen habe und mich mit einigen Bananen ans Fenster setzte. Mir die schöne Welt ansehe und schlechte Gefühle gehen lassen. Die Welt ist zu schön😀

  2. Ja – wie einfach es doch ist. Iss dich frei!🙂

  3. geht mir genauso! als ich vor 3 jahren noch einiges an fleisch und fisch konsumiert habe, hatte ich, vor allem im winter, regelrechte depressionsschübe in denen ich kaum aus dem bett gekommen bin. alles war grau und das leben sch… jetzt genieße ich jeden tag und jede meiner zellen „tanzt“ – so glücklich fühlt sich das an🙂

  4. Oh, ich weiss was du meinst. Ich konnte mich ganz in schwermütige, wunderschöne, melancholische Musik hinein fallen lassen. Habe dadurch mein eigenes Leid besser fühlen können, habe die süße Melancholie geliebt. Habe geweint, war verzweifelt, fühlte mich verstanden. Und nun: Höre ich Tori Amos und finde immer noch, dass eine großartige Pianistin und Künstlerin „schöne“ Musik macht. Aber das hat irgendwie nichts mehr mit mir zu tun. Oder ich höre „Videogames“ von Lana DelRey und weiss genau, dass ich vor einigen Jahren darin aufgegangen wäre, in der Traurigkeit und dem Weltschmerz. Heute finde ich das Lied ok, aber es berührt mich nicht mehr, es resoniert nicht mehr. Und dabei lebe ich ja nich mal 100% roh. Nein, liebe Depression, liebe Trauer, lieber Weltschmerz, liebe Verzweiflung: Ich vermisse euch auch nicht. Macht es gut, ohne mich ♥

  5. Ooooh, Freches Früchtchen,

    darf ich fragen wo du die Sapodillas (bei und heißen die Nesberries) herhast? Das ist mein absolutes Lieblingsobst und ich vermisse es total. In Deutschland kenne ich sie nur aus der Dose- und da schmecken die gar nicht. Meine Mutter hat mir letztes Jahr welche aus der Heimat mitgebracht und da habe ich festgestellt wie wenig ich europäischem Obst abgewinnen kann. Fruchtmarkt klingt nach Berlin?!? In ein paar Wochen bin ich da und könnte mich eindecken.

    Liebe Grüße,
    xpero

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