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¤ Barfusslaufen – Bangkok Marathon

Ich habe heute am am Bangkok Marathon teilgenommen. 15.000 Läufer, mitten in der Nacht, 28 Grad Plus, auf einer gesperrten Autobahn. So inspirierend. Zur Auswahl gab es Marathon (42km), Halb-Marathon (21km) und Viertel-Marathon (10km).

Ich habe vor ungefähr 1.5 Jahren angefangen zu laufen, und kann mir ein Leben ohne nicht mehr vorstellen. Bis jetzt bin ich meistens um die 5-7km gelaufen, aber dieses mal habe ich mich an die 10km herangetraut. Und es lief grossartig. Leider haben die Thailänder sich im Kurs ein wenig verschätzt und die Ziellinie ward schon nach 9.5km überschritten, aber ich war mit meiner Zeit (59:59) sehr zufrieden.

Der 10km Lauf startete um 5:45 am Morgen. Der Marathon startete schon um 3am. Wir hatten also die Chance, die Sieger des Marathons noch einlaufen zu sehen. Natürlich Kenianer. Unfassbare 2 Stunden und 16 Minuten.

Als Barfusslaufende bekommt man sehr viel Aufmerksamkeit. Beinahe ausschliesslich positive. Es ist eindeutig eine gute Methode wenn man eine Sache promoten will. Barfuss mit einem ‚Too Fat? Eat Fruit! Go Vegan!“ T-shirt. Für beinahe die gesamte Dauer des Laufes hörte ich Anfeuerungsrufe von denen die ich Überholte. Und das waren nicht wenige.

Barfusslaufen ist eines der besten Dinge die ich in mein Leben aufgenommen habe (kommt gleich nach Rauchen aufgeben). Viele glauben es ist gefährlich. Wenn man jedoch ein wenig aufpasst, sind die Chancen, dass etwas passiert, sehr gering. Man fühlt sich so frei, beinahe unverwundbar, und stark verbunden mit der Erde und mit seinem eigenen Körper. Sobald ich zum Laufen Schuhe anziehe verschlechtert sich meine Laufform und das Laufen wird anstrengender.

Barfusslaufen wird immer populärer. Es ist nicht mehr etwas dass nur Freaks und Adrenalin-Junkies machen. Dazu beigetragen hat die Forschung von Professor Daniel Lieberman von der renommierten Harvard Universität.

Hier die Homepage mit einer Fülle an Informationen.

Lieberman fand, dass Schuhe nicht nur nicht vor Verletzungen schützen, sondern sie sogar begünstigen, denn sie veranlassen den Läufer seine Form zu ändern. Wenn wir uns Kinder (oder afrikanische Profi-Läufer) ansehen, bemerken wir, dass diese am Mittel- oder Vorderfuss landen, und nicht so wie die meisten Amateur-Läufer auf der Ferse.

Es ist sehr schwierig in Schuhen die korrekte Form aufrecht zu erhalten. Afrikanische Profi-Läufer haben meist ihre ganze Kindheit und Jugend hinweg barfuss trainiert, und schaffen es somit auch in Schuhen ihrer Form treu zu bleiben.

Bei Interesse am Barefusslaufen kann ich nicht stark genug betonen dass es absolut notwendig ist, sich zu informieren, bevor man loslegt. Beinahe alle Barfuss-Läufer machen zu Beginn die gleichen Fehler, und die lassen sich sehr einfach vermeiden. Das häufigste Problem ist TMTS (Too Much Too Soon). Man fühlt sich so gut dass man glaubt, man kann gleich zu Beginn kilometerweit laufen. Die Unterschenkel sind in den meisten schuhetragenden Menschen jedoch extrem unterentwickelt, und müssen langsam und mit Vorsicht wieder auf Vordermann gebracht werden. 5 Minuten pro Tag ist zu Beginn absolut ausreichend.

14 Antworten zu “¤ Barfusslaufen – Bangkok Marathon

  1. Bekommt man davon keine sichtbar muskulösen Unterschenkel? Die Frage ist ernst gemeint ^^ Ich bin auch am Barfußlaufen interessiert, aber ich mag die Figuren von Leistungsportlerinnen oder Langstreckenläuferinnen nicht. Ich finde zart-feminine und zierlich-schlanke Beine attraktiver … und hätte Angst, die zu riskieren. Auch wenn sich das dumm anhört.

    • Hallo Laura. Ich finde ja dass Leistungssportlerinnen und Langstreckenlaeuferinnen extrem schlanke Beine mit keinem Gramm Fett haben, und trotzdem nich zu viel Muskel. http://newsimg.bbc.co.uk/media/images/41426000/jpg/_41426179_marathon_getty.jpg Und dies ist ja ein Photo von waehrend dem Lauf. 2 Stunden danach sind die Muskeln ja nur noch halb so gross.
      Wenn dir das aber zuviel Muskel ist dann ist Laufen sicher nichts fuer dich. Was ist mit Schwimmen? Yoga oder Aerobic waere auch noch gut. Sowas in die Richtung.
      Ich persoenlich glaube nicht dass ich groessere Unter- oder Oberschenkel bekommen habe. Aber definierter auf alle Faelle. Und ich finde das sieht gut aus.

  2. ich hab mir im letzten jahr vibram fivefingers fürs barfuss laufen zugelegt und werde wohl im frühjahr wieder anfangen, damit zu laufen. im moment jogge ich noch „normal“. wie lange hat bei dir die umstellung gedauert? gehst du jetzt auch anders oder trittst du nur beim laufen vorne mit den zehen zuerst auf? und wie sehen jetzt deine waden aus? werden die arg muskulös?
    liebe grüße, fruchtzahn

    • hallo fruchtzahn. bei mir gab es keine umstellung, da ich noch nie in schuhen gelaufen bin. ich war ja ein couchpotato bis vor 1.5 jahren🙂 hab mir dann vibrams gekauft und mit denen angefangen. ich persoenlich (und das scheint auch die meinung auf online foren wie runnersworld zu sein) finde nicht das man in vibrams starten soll, sondern 100% barfuss, um die form absolut richtig zu lernen. auch wenn es nur diese hauchduenne sohle ist bekommt das gehirn signale dass man auf einer ’sicheren‘ flaeche laeuft, und die form veraendert sich. ich habe mit vibrams begonnen, und habe mich 2 mal verletzt (shin splints). machte dann immer lange pausen. und habe beim dritten (und letzten) mal dann die ratschlaege zu herzen genommen und barfuss angefangen. 5 minuten am tag. und gaaaaanz langsam steigern. nicht umsonst heisst es immer ‚achtung vor TMTS – too much too soon‘. seit ich barfuss-barfuss laufe gab es keinerlei verletzungen. und mittlerweile hat sich auch die korrekte laufform dermassen in mein gehirn gebrannt dass ich in der tat auch mit vibrams (und sogar schuhen) laufen kann ohne dass meine form wieder schlechter wird. ich muss dazwischen aber immer wieder barfuss-barfuss laufen, da 1 jahr laufen nicht lang genug ist um felsenfest sicher zu sein dass meine form korrekt bleibt.

      interessanterweisse hat sich meine gehform nicht veraendert, udn ich komme noch immer mit der ferse zuerst auf. ich gehe aber gerader, bauch mehr rein, brust mehr raus, bessere atmung.

      zur beschreibung meiner waden siehe den vorherigen kommentar.

      und – man tritt nicht auf den zehen zuerst auf, sondern eher in der mitte des fusses (midfood strike, not forefoot strike oder heel strike). ich glaube wenn man strikt am vorderfuss aufkommt dann wuerden die waden in der tag gigantisch gross werden.

      ich werde mir jetzt deinen blog ansehen🙂 liebe gruesse, olivia

  3. Pingback: Schrauben im Fuß | Fruchtschnitte

  4. Schöner Beitrag. Ich gehöre jetzt auch zu den Barfußlaufenden und auch zu denen, die gleich zu Beginn zu viel gelaufen sind. Jedoch nicht, weil ich es nicht besser wusste, sondern weil ich einfach nicht aufhören konnte. Liebe Grüße Biofee

    • Haha, ja, same here. Viele haben mich gewarnt, aber es hat sich einfach zu genial angefuehlt und ich bin einfach weitergelaufen. Nennen wir es einfach ‚Startschwierigkeiten‘.🙂

      • ging mir ebenso. ich glaub das muss man einfach mal gespürt haben, wie schmerzhaft doch so ein wadenmuskelkater sein kann damit man sich auch an die empfohlenen „einlaufzeiten“ hält🙂

  5. Ich laufe seit längerem möglichst „natural“, allerdings hatte ich beim Traillauf schon Schwierigkeiten (Dornen etc), bin aber trotzdem Berge gelaufen, allerdings nicht die Geröllpfade. Jetzt laufe ich, wenn erforderlich, mit den Trailschuhen von vivobarefoots und bin happy.
    LG Christoph

  6. Danke fuer den Artikel, ich lauf immer noch in five fingers weil ich mich eben vor Verletzungen schrecke, Scherben, Kronkorken und sonstiges finden immer wieder ihren Weg zu meinen Sohlen. Aber wenn’s in Bangkok geht..🙂

  7. Hallo, ich bin heute durch Zufall auf die Seite gekommen. Ich bin begeistert!
    Ich laufe noch nur selten barfuß, aber in sogenannten Barfußschuhen. Dabei habe ich die Feststellung gemacht, dass durch die Sohle der Untergrund oft noch härter ist als wenn man wirklich barfuß läuft. Mit Ausnahme bei den New Balance trail minimus. Da ist die Sohle weich und vor allem im Wald ist das Laufen damit sehr angenehm.
    Auf anderen Wegen machen mir leider die vielen kleinen Steinchen zu schaffen, so dass ich barfuß kaum vorwärts komme. Aber trotzdem: ich bleibe dran!🙂

    Tolle Seite!

  8. Toller Beitrag! Ich wollte vor kurzem auch anfangen umzustellen und war dann einmal laufen, auf Empfehlung hin „nur 15 Minuten“, von denen ich gerade mal 10 durchgehalten habe und dann 4 Tage lang schreckliche Schmerzen in den Waden hatte, habe es so bereut! Ich wünschte ich hätte das hier eher gelesen! Wenn es wieder wärmer ist (Minusgrade sind beim Laufen einfach nicht meins), beginne ich mit 5 Minuten täglich, sofern möglich. Kannst du mir vielleicht sagen, ab wann man das dann steigern kann oder hast du das nach Gefühl gemacht?

    Liebe Grüße, Anne

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